Rufumleitung bei Nichtmelden einrichten: drei Wege
Rufumleitung bei Nichtmelden an FRITZ!Box, Telekom-Anschluss und Handy einrichten, mit geprüften Codes und Klingeldauer. Dazu: wohin die Anrufe gehen.

Ein Fliesenleger kniet im Bad eines Kunden, beide Hände im Kleber. Das Handy liegt im Transporter. Im Büro klingelt das Festnetz sechsmal, dann springt der Anrufbeantworter an, und der Anrufer legt auf. Das Telefon hat geklingelt. Gehört hat es niemand.
Die Rufumleitung bei Nichtmelden setzt genau hier an. Ihr Telefon klingelt wie gewohnt. Nimmt nach einer eingestellten Zeit niemand ab, geht der Anruf an ein anderes Ziel: Ihr Handy, einen Kollegen, eine Mailbox oder einen KI-Telefonassistenten. Wer im Büro rechtzeitig abhebt, merkt von der Umleitung nichts.
Unten stehen drei Wege, sie einzurichten: an der FRITZ!Box, direkt beim Telekom-Anschluss und am Handy. Ich habe alle Codes, Menüpfade und Zeiten am 5. Oktober 2026 auf den Hilfeseiten von AVM, Telekom, Apple und Google nachgelesen. Was dort nicht stand, steht auch hier nicht. Bei jedem Schritt steht die Quelle, falls sich ein Menü ändert.
Die vier Arten der Rufumleitung
Anlagen und Netzbetreiber unterscheiden vier Fälle.
- Sofort. Jeder Anruf geht direkt ans Ziel, Ihr Telefon klingelt nicht.
- Bei besetzt. Umgeleitet wird nur, wenn Sie gerade telefonieren.
- Bei Nichtmelden. Ihr Telefon klingelt, und erst wenn niemand abnimmt, geht der Anruf weiter. AVM nennt das "Verzögert", die Telekom im Mobilfunk "Nichtannahme".
- Bei Nichterreichbarkeit. Das Handy ist aus oder hat kein Netz.
Für ein Büro, das mal besetzt ist und mal nicht, ist die Umleitung bei Nichtmelden die richtige. Die sofortige passt für den Betriebsurlaub.
Weg 1: an der FRITZ!Box
Die Schritte stammen aus der AVM-Online-Hilfe zur FRITZ!Box 7590. Für andere Modelle hat AVM eigene Hilfeseiten.
- Öffnen Sie die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box und gehen Sie zu "Telefonie / Rufbehandlung / Rufumleitung".
- Klicken Sie auf "Neue Rufumleitung".
- Legen Sie fest, welche Anrufe umgeleitet werden, zum Beispiel alle Anrufe an Ihre Betriebsnummer.
- Wählen Sie das Ziel: eine externe Rufnummer, einen Anrufbeantworter oder ein angeschlossenes Telefon.
- Wählen Sie die Art der Umleitung und speichern Sie.
Eine freie Sekundenwahl gibt es dabei nicht. "Verzögert" leitet nach 20 Sekunden um, "Verzögert lang" nach 40 Sekunden. Daneben stehen "Sofort", "bei Besetzt" und "Parallelruf". Beim Parallelruf klingeln Ihr Telefon und das Ziel gleichzeitig. Ich würde 20 Sekunden nehmen. 40 Sekunden Klingeln sind für jemanden, bei dem gerade Wasser durch die Decke kommt, eine lange Zeit.
Bei einer Umleitung auf eine externe Nummer versucht die FRITZ!Box, sie direkt in der Vermittlungsstelle Ihres Anbieters einzurichten, sofern der Anbieter das unterstützt. Das gilt für "Sofort", "Verzögert" und "bei Besetzt". Klappt es nicht, leitet die Box selbst um. AVM nennt dafür eine Voraussetzung. Über die gewählte Rufnummer müssen zwei Verbindungen gleichzeitig möglich sein.
Weg 2: direkt am Telekom-Festnetzanschluss
Ohne Router-Menü geht es über die Telekom selbst. Die Telekom-Hilfeseite "Anrufweiterleitung Festnetz einrichten", zuletzt aktualisiert am 13. Februar 2026, beschreibt zwei Möglichkeiten.
Im Telefoniecenter. Das gilt laut Telekom für MagentaZuhause- und Glasfaser-Anschlüsse. Melden Sie sich mit Ihrem Telekom Login an und wählen Sie die Rufnummer. Klicken Sie im Bereich "Erreichbarkeit" auf "Anrufweiterleitung" und dann auf "Weiterleitung hinzufügen". Für die Umleitung bei Nichtmelden aktivieren Sie das Feld "nach 25 Sekunden". Als Ziel wählen Sie "Auf die SprachBox" oder tragen eine Telefonnummer ein. Zum Schluss klicken Sie auf "Speichern". Die Einstellung gilt nur für die ausgewählte Rufnummer. Haben Sie mehrere Nummern, wiederholen Sie die Schritte für jede. Abschalten geht an derselben Stelle über "Weiterleitung deaktivieren".
Per Code am Telefon. Die Telekom nennt dafür diese Tastenfolgen. Nach jeder Eingabe warten Sie die Ansage ab.
| Was | Code |
|---|---|
| Umleitung bei Nichtmelden mit Zeitwert einrichten | *61*Zielrufnummer*Zeitwert# |
| Umleitung bei Nichtmelden aktivieren | *61*Zielrufnummer# |
| Umleitung bei besetzt einschalten | *67*Zielrufnummer# |
| Umleitung bei besetzt ausschalten | #67# |
| Sofortige Umleitung einschalten | *21*Zielrufnummer# |
| Sofortige Umleitung ausschalten | #21# |
Welche Werte für den Zeitwert erlaubt sind, steht auf der Seite nicht. Wer sichergehen will, nimmt das Telefoniecenter mit seinen festen 25 Sekunden. Bei anderen Anbietern können Codes und Menüs abweichen.
Weg 3: am Handy
Auch das Diensthandy lässt sich bei Nichtannahme umleiten. Die Codes stammen von der Telekom-Hilfeseite "Mobilfunk-Steuercodes".
| Was | Code |
|---|---|
| Umleitung bei Nichtannahme | **61*Zielrufnummer# |
| Umleitung bei Nichtannahme nach 5 bis 30 Sekunden | **61*Zielrufnummer**Sekunden# |
| Umleitung bei Nichterreichbarkeit | **62*Zielrufnummer# |
| Umleitung bei besetzt | **67*Zielrufnummer# |
| Umleitung bei Nichtannahme löschen | ##61# |
| Alle Rufumleitungen löschen | ##002# |
Die Sekunden setzen Sie in Fünferschritten, also 5, 10, 15, 20, 25 oder 30. **61*Zielrufnummer**20# leitet nach 20 Sekunden Klingeln um. Soll der Anruf auf die Mobilbox, lautet die Zielrufnummer 3311. Vorsicht mit ##002#. Der Code löscht alle Umleitungen, auch die zur Mobilbox, und die Telekom nennt ihn ausdrücklich als Weg, die Mobilbox auszuschalten.
Den Code tippen Sie in die Wähltastatur der Telefon-App und tippen auf Anrufen, so beschreibt es auch Google in der Hilfe zu Google Voice. Dort steht außerdem, dass sich die Befehle je nach Anbieter unterscheiden. Wer nicht bei der Telekom ist, prüft sie auf der Hilfeseite seines Anbieters.
iPhone. Apple beschreibt in der Anleitung "Rufweiterleitung auf dem iPhone einrichten" den Weg über Einstellungen > Apps > Telefon > Rufweiterleitung. Dort tragen Sie unter "Weiterleiten an" eine Nummer ein. Dieser Schalter leitet aber jeden Anruf um, Ihr iPhone klingelt dann gar nicht mehr. Für bedingte Umleitungen verweist Apple an den Mobilfunkanbieter. Am iPhone nehmen Sie für die Umleitung bei Nichtmelden also den Code. Apple warnt außerdem vor Links, die zum Einschalten einer Rufweiterleitung auffordern, weil Betrüger damit arbeiten. Richten Sie eine Umleitung nur selbst ein, auf eine Nummer, die Sie kennen.
Android. In der Hilfe zur Telefon-App von Google steht, dass viele Mobilfunkanbieter die Klingeldauer vor der Weiterleitung zur Mailbox ändern lassen. Dafür verweist Google an den Anbieter. Bei der Telekom ist das der Code mit den Sekunden aus der Tabelle oben.
Wohin die Anrufe gehen sollten
Die Technik dauert zehn Minuten. Am Ziel entscheidet sich, ob aus dem Anruf ein Auftrag wird.
Mailbox oder Anrufbeantworter. Die einfachste Lösung, und zur Mobilbox ist die Umleitung laut Telekom kostenlos. Sie erreicht aber nur die Anrufer, die auch draufsprechen. Wie Sie mehr Nachrichten mit brauchbaren Angaben bekommen, zeigen die fünf Anrufbeantworter-Ansagen für Handwerker.
Das Handy des Chefs oder eines Kollegen. Der Anrufer spricht mit einem Menschen, wenn der abheben kann. Auf dem Gerüst oder unter der Spüle kann er das oft nicht. Ist auf dem Handy eine Mailbox eingeschaltet, landet der Anruf dann dort. Bei Umleitungen auf andere Nummern als die Mobilbox können laut Telekom je nach Tarif Kosten entstehen, ein Blick in den eigenen Tarif lohnt sich.
Ein Telefonservice. Mitarbeiter in einem Callcenter nehmen in Ihrem Namen ab und schicken Ihnen eine Nachricht. Sie kennen Ihren Betrieb nur über Ihr Skript. Was ein verpasster Anruf kostet, rechnet der Artikel über verpasste Anrufe im Handwerksbetrieb vor.
Ein KI-Telefonassistent. Er nimmt die Anrufe an, die sonst ins Leere laufen, auch mittags und nach Feierabend. Wie Sie die Umleitung dafür einstellen, steht im nächsten Abschnitt.
Rufumleitung auf einen KI-Telefonassistenten einrichten
Ein KI-Telefonassistent, der über eine Rufumleitung arbeitet, hat eine eigene Rufnummer. Auf diese Nummer richten Sie die Umleitung bei Nichtmelden ein, mit einem der drei Wege oben. Zwei Einstellungen sollten Sie dabei bewusst wählen.
- Die Klingeldauer. Lang genug, dass im Büro jemand rangehen kann, wenn er da ist. Kurz genug, dass der Anrufer nicht vorher auflegt. An der FRITZ!Box sind das 20 Sekunden mit "Verzögert", im Telekom-Mobilfunk wählen Sie zwischen 5 und 30 Sekunden.
- Besetzt mit umleiten. Richten Sie zusätzlich die Umleitung bei besetzt auf den Assistenten ein. Dann bekommt auch der zweite Anrufer eine Antwort, während Sie gerade telefonieren.
Seit dem 2. August 2026 muss der Assistent dem Anrufer von Beginn an sagen, dass er mit einer KI spricht. So verlangt es Artikel 50 der KI-Verordnung. Was er danach sagen darf und wann er an Sie übergeben sollte, steht im Artikel Was ein KI-Telefonassistent im Handwerk sagen darf. Unser KI-Telefonassistent fragt nach Name, Adresse, Rückrufnummer und Anliegen, beantwortet Fragen zu Einsatzgebiet und Öffnungszeiten und trägt bei Bedarf einen Termin in Ihren Kalender ein. Sie bekommen eine Zusammenfassung des Gesprächs.
Vor dem ersten echten Anruf testen
Eine Umleitung, die nie getestet wurde, ist eine Vermutung. Der Test dauert fünf Minuten.
- Rufen Sie Ihre Betriebsnummer von einem Telefon an, das nicht selbst das Ziel der Umleitung ist.
- Gehen Sie nicht ran und stoppen Sie die Zeit, bis der Anruf weitergeht.
- Hören Sie sich an, was der Anrufer am Ziel hört: Mailbox, Kollege, Ansage oder Assistent.
- Testen Sie besetzt. Telefonieren Sie über die Betriebsnummer und rufen Sie währenddessen von einem zweiten Telefon an.
- Schreiben Sie auf, wie man die Umleitung wieder abschaltet. Im Urlaub muss das vielleicht jemand anderes tun.
Fangen Sie mit dem Weg an, den Sie heute Abend erledigen können. Steht im Büro eine FRITZ!Box, ist das Weg 1. Sonst ist es ein Code am Handy.