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Google Ads im Handwerk: Warum Anzeigen als Letztes kommen

T. Krause6 Min. Lesezeit

Google Ads lohnen sich für Handwerker, wenn jeder Anruf und jede Anfrage beantwortet wird. Sechs Fragen vorab und ein Rechenbeispiel mit erfundenen Zahlen.

Miniatur-Diorama: ein Malerbetrieb mit leuchtender Werbetafel auf dem Dach, die Ladentür ist zu, die Fenster sind dunkel, auf dem Tresen klingelt das Telefon

Google Ads lohnen sich für einen Handwerksbetrieb, wenn eine bezahlte Anfrage im Betrieb auch ankommt. Jemand nimmt den Anruf an. Die Anfrage über das Kontaktformular bekommt am selben Abend eine Antwort, und jedes Angebot wird nachgefasst. Die Seite hinter der Anzeige lädt auf dem Handy, und im Google-Profil stehen Bewertungen aus den letzten Monaten. Fehlt eines davon, bezahlen Sie für Klicks, aus denen kein Auftrag wird.

Ob das bei Ihnen so ist, können Sie selbst prüfen, ohne Agentur und ohne Statistik. Unten stehen sechs Fragen, jede mit einem Test für diese Woche.

Danach geht es um die Kosten. Google nennt keinen festen Klickpreis. Der Preis entsteht in einer Auktion, und Ihr Tagesbudget begrenzt die Ausgaben. Wie beides funktioniert, steht in Googles eigener Hilfe. Wir fassen es zusammen und rechnen ein Beispiel durch, dessen Zahlen wir erfunden haben.

Wann sich Google Ads für Handwerker lohnen und wann nicht

Eine Anzeige bringt einen Klick. Aus dem Klick wird ein Anruf oder eine Formularanfrage, und ab da entscheidet Ihr Betrieb, ob ein Auftrag daraus wird.

Anzeigen rechnen sich, wenn im Kalender Platz ist und Sie die sechs Fragen im nächsten Abschnitt mit Ja beantworten. Sie rechnen sich nicht, solange Anrufe auf dem Anrufbeantworter landen oder Anfragen bis Sonntagabend im Postfach liegen. Ein Klick, der ins Leere läuft, kostet dasselbe wie einer, der einen Menschen erreicht.

Es gibt einen zweiten Fall, in dem Anzeigen nicht passen. Ist der Kalender auf Monate voll, kaufen Sie Anfragen, die Sie absagen müssen.

Sechs Fragen vor dem ersten Euro

Wir wollen jede dieser Fragen mit Ja beantworten können, bevor Geld in Anzeigen fließt. Zu jeder gehört ein Test.

Wird jeder Anruf angenommen? Rufen Sie in der Mittagspause von einer fremden Nummer im eigenen Büro an. Zählen Sie außerdem eine Woche lang die entgangenen Anrufe in der Anrufliste. Was hinter dieser Zahl steckt, steht in Was ein verpasster Anruf Ihren Handwerksbetrieb kostet.

Bekommt eine Anfrage über die Website am selben Abend eine Antwort? Schicken Sie sich am Samstagabend selbst eine Testanfrage über das Kontaktformular und schauen Sie, wann die Antwort kommt. Was Sie dabei sonst noch prüfen, steht in der Anleitung zum Kontaktformular für Handwerker.

Wird jedes Angebot nachgefasst? Nehmen Sie die Angebote des letzten Monats und markieren Sie die, bei denen sich nach dem Versand jemand gemeldet hat, Sie oder der Kunde. Einen Plan dafür finden Sie in Angebote nachfassen im Handwerk.

Lädt die Seite hinter der Anzeige auf dem Handy? Testen Sie über Mobilfunk, nicht im Büro-WLAN. Die Schritte stehen in der Anleitung Ladezeit der eigenen Website testen. Die Seite sollte den Besucher außerdem um genau eine Sache bitten, den Anruf oder die Anfrage.

Stehen im Google-Profil Bewertungen aus den letzten Monaten, und antwortet jemand darauf? Schauen Sie auf das Datum der jüngsten Bewertung. Wer Ihren Betriebsnamen googelt, sieht es auch.

Wissen Sie, aus welcher Anfrage ein Auftrag wurde? Ohne diese Zuordnung können Sie die Kosten pro Auftrag nicht ausrechnen, und um die geht es im nächsten Abschnitt. Für den Anfang reicht eine Spalte "Woher?" in der Auftragsliste.

Ein Betrieb mit sechs Ja hat einen Ablauf, in den Anzeigen passen. Bei einem Nein reparieren Sie zuerst diese Stelle.

Was Google Ads für Handwerker kosten

Für einen Klick gibt es keine Preisliste. Auf Googles Hilfeseite Funktionsweise von Google Ads-Auktionen steht, dass die Auktion "jedes Mal" stattfindet, "wenn ein Nutzer etwas bei Google sucht". Mit Ihrem Gebot geben Sie an, wie viel Sie "maximal für einen Klick" bezahlen möchten. Daneben bewertet Google die Qualität von Anzeige und Zielseite und schreibt dazu: "Selbst wenn Ihre Mitbewerber höhere Gebote abgeben, können Sie mit relevanten Keywords, Anzeigen und Assets eine höhere Anzeigenposition zu einem geringeren Preis erzielen."

Was Sie am Ende zahlen, nennt Google den tatsächlichen Cost-per-Click. Er liegt nach Googles Angaben oft unter dem Höchstgebot, weil Sie nur so viel zahlen, wie nötig ist, um den Mitbewerber direkt unter Ihnen zu übertreffen. Der Preis hängt also davon ab, wer in diesem Moment auf dieselbe Suche mitbietet, und er ändert sich von Tag zu Tag. Ein durchschnittlicher Klickpreis fürs Handwerk würde Ihnen über Ihren Ort und Ihr Gewerk wenig sagen. Deshalb steht hier keiner.

Das Tagesbudget begrenzt die Ausgaben. Laut der Hilfeseite Durchschnittliche Tagesbudgets kann Google an einzelnen Tagen mehr ausgeben als den eingestellten Betrag, bei den meisten Kampagnen bis zum Doppelten. Im Monat bleibt es, ebenfalls bei den meisten Kampagnen, höchstens beim 30,4-Fachen des Tagesbudgets.

Die Zahl, auf die es für Sie ankommt, sind die Kosten pro gewonnenem Auftrag. Sie teilen die Ausgaben für Anzeigen durch die Aufträge, die aus Anzeigen kamen. Der Klickpreis ist der erste Schritt dorthin.

Ein Rechenbeispiel mit erfundenen Zahlen

Die folgenden Zahlen haben wir uns ausgedacht, um die Rechnung zu zeigen. Sie sind kein Marktwert und sagen nichts darüber, was ein Klick in Ihrem Gewerk kostet.

Ein Malerbetrieb stellt ein Tagesbudget von 25 € ein. Nach Googles Regel sind das im Monat höchstens 760 € (30,4 × 25) und an einem einzelnen Tag höchstens 50 €. Angenommen, ein Klick kostet im Schnitt 5 €. Dann kauft das Monatsbudget 152 Klicks. Angenommen, 19 dieser Besucher rufen an oder schreiben. Eine Anfrage hat dann 40 € gekostet. Werden daraus 8 Aufträge, hat jeder Auftrag 95 € Anzeigengeld gekostet.

Jetzt dieselbe Kampagne in einem Betrieb mit Löchern. Von den 19 Anfragen laufen 9 auf den Anrufbeantworter oder liegen bis Sonntagabend im Postfach. Es bleiben 10, und daraus werden 4 Aufträge. Google stellt dieselben 760 € in Rechnung. Der Auftrag kostet jetzt 190 € statt 95 €.

Ob das viel ist, hängt an Ihrem Auftragswert und Ihrer Marge. Ein Fassadenanstrich trägt solche Kosten, eine Kleinreparatur nicht. Beauftragen Sie eine Agentur, kommt deren Honorar dazu. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein, sobald die Kampagne einen Monat gelaufen ist. Bis dahin ist jede Zahl geraten, auch unsere.

Anzeigen mit Abrechnung pro Anfrage

Neben den Suchanzeigen hat Google ein zweites Format, Google Lokale Dienstleistungen, auf Englisch Local Services Ads. Dort zahlen Sie laut Google "nur für gültige Anfragen (z. B. Anrufe und Nachrichten) und nicht für Anzeigenklicks". Google verlegt dieses Format in die Google-Ads-Oberfläche, als Performance-Max-Kampagne mit Abrechnung pro Anfrage. Der Zeitplan auf der Hilfeseite beginnt im August 2026 mit ausgewählten Werbetreibenden in den USA und nennt für Konten außerhalb der USA das Jahr 2027. Am Grundproblem ändert die Abrechnung nichts. Eine Anfrage, für die Sie bezahlt haben und die niemand annimmt, bringt auch dort keinen Auftrag.

Die hier verlinkten Google-Hilfeseiten haben wir am 14. Oktober 2026 gelesen. Google ändert sie ohne Ankündigung. Prüfen Sie den aktuellen Stand, bevor Sie ein Budget festlegen.

Was Studien dazu sagen, und was nicht

Zwei Untersuchungen werden zu diesem Thema häufig zitiert. Beide stammen aus den USA, und keine hat Handwerksbetriebe in Deutschland untersucht.

Oldroyd, McElheran und Elkington haben für die Harvard Business Review vom März 2011 2.241 US-Unternehmen eine Testanfrage über die Website geschickt. 23 Prozent antworteten nie. Unter den Firmen, die innerhalb von 30 Tagen reagierten, lag die durchschnittliche Antwortzeit bei 42 Stunden.

Der US-amerikanische SEO-Dienstleister 411 Locals hat nach eigenen Angaben 30 Tage lang die Anrufe bei 85 kleinen Unternehmen aus 58 Branchen ausgewertet und im Januar 2016 veröffentlicht, dass 62 Prozent der Anrufe keinen Menschen erreichten. In dieser Zahl stecken auch die Anrufe, die auf der Mailbox landeten. Die Stichprobe ist klein, und im Netz kursiert die Zahl oft mit einem späteren Jahr.

Für Ihre Entscheidung taugen beide als Anlass, selbst nachzuzählen. Was in Ihrem Betrieb passiert, zeigen Ihnen die sechs Fragen oben.

Warum Anzeigen bei uns als Letztes kommen

Das Aristotle System besteht aus sieben KI-Mitarbeitern, die in fester Reihenfolge installiert werden: Website, Reaktivierung, Bewertungen, Nachfassen, Telefon, Coach, Anzeigen. Der Mitarbeiter für Anzeigen ist der siebte. Er geht erst live, wenn die anderen laufen und im Kalender Platz ist. Dann landet ein Klick auf einer Website, die auf dem Handy in Sekunden lädt, und die Anfrage bekommt innerhalb von Minuten eine Antwort, auch abends und am Wochenende.

Die Reihenfolge folgt derselben Überlegung wie das Rechenbeispiel. Solange Anfragen unbeantwortet bleiben, bezahlen Sie mit Anzeigen für Aufträge, die Sie nicht bekommen.

Was der Mitarbeiter für bezahlte Anzeigen tut, steht auf seiner Seite. Wie die sieben zusammenspielen, zeigt So funktioniert es. Der Rechner rechnet mit Ihren eigenen Zahlen, und die Monatspauschalen stehen auf der Preisseite.

Fangen Sie mit der ersten Frage an. Rufen Sie morgen in der Mittagspause in Ihrem eigenen Büro an.