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Die Handwerker-Website auf dem Handy: zwei Sekunden und ein Knopf

T. Krause11 Min. Lesezeit

Ist Ihre Handwerker-Website auf dem Handy zu langsam? So testen Sie die Ladezeit in fünf Minuten und beheben die Ursachen in der richtigen Reihenfolge.

Miniatur-Diorama: ein Parkplatz in der Dämmerung, im Auto hält jemand ein leuchtendes Handy, gegenüber ein Fliesenleger-Ausstellungsraum mit einer einzigen orangen Tür und einer Stoppuhr am Bordstein

Nehmen wir einen Fliesenlegerbetrieb mit vier Mitarbeitern, der seit 2020 dieselbe Website hat. Ein Bekannter hat sie gebaut. Oben läuft eine Diashow mit Fotos von Bädern, dann kommt für jede Leistung eine Seite, eine Rubrik "Aktuelles" mit dem letzten Eintrag von 2021 und ganz unten ein Kontaktformular mit neun Feldern. Am Bürorechner des Chefs, mit Glasfaser, sieht sie ordentlich aus.

Die Menschen, die entscheiden, ob sie den Betrieb beauftragen, sehen sie dort nicht. Ein Bauherr öffnet sie auf dem Handy auf dem Parkplatz des Baumarkts. Eine Hausbesitzerin öffnet sie abends um elf im Bett, nachdem im Bad ein Rohr getropft hat. Sie warten auf die Diashow. Manche hören auf zu warten.

Der Chef bekommt davon nichts mit. Die Statistik, falls eingerichtet, zeigt Besucher. Sie zeigt nicht die Besucher, die gegangen sind, bevor die Seite erschien, weil die nie gezählt wurden.

Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Ladezeit Ihrer eigenen Seite in fünf Minuten testen und in welcher Reihenfolge sich die Reparaturen lohnen.

Welche Zahlen belastbar sind

Zwei Zahlen tauchen in jedem Gespräch über Ladezeiten auf, und beide sind alt.

Die erste stammt von Google. In der Auswertung "The Need for Mobile Speed" vom September 2016 heißt es, 53 Prozent der mobilen Besuche würden abgebrochen, wenn eine Seite länger als drei Sekunden lädt. Grundlage waren Google-Analytics-Daten von rund 3.700 mobilen Websites weltweit aus dem März 2016. Häufig wird die Zahl Akamai zugeschrieben. Der Akamai-Bericht "State of Online Retail Performance" von 2017 nennt sie aber selbst mit Verweis auf die Google-Daten. Die Zahl ist zehn Jahre alt und sagt nichts über Handwerksbetriebe in Deutschland im Besonderen. Eine neuere Messung in dieser Form kenne ich nicht. Nehmen Sie die Zahl als Größenordnung, nicht als Vorhersage.

Die zweite ist ebenfalls von Google, aus den Benchmarks zur mobilen Ladezeit vom Februar 2018. Eine durchschnittliche mobile Landingpage brauchte damals rund 15 Sekunden, bis sie vollständig geladen war. Getestet wurden im Januar 2018 die Zielseiten von 11 Millionen mobilen Anzeigen über eine 4G-Verbindung. Das sind Landingpages aus allen Branchen, und die Messung ist acht Jahre alt. Viele Handwerker-Seiten, die ich auf dem Handy öffne, hängen aber immer noch an einem Video im Kopfbereich.

Eine aktuelle Zahl gibt es auch. Der Web Almanac 2025 des HTTP Archive, veröffentlicht im Januar 2026 mit Messdaten vom Juli 2025, zählt 48 Prozent der Websites, die auf Mobilgeräten alle drei Google-Messwerte im guten Bereich haben. Gut die Hälfte schafft das also nicht.

Wie viele Kunden Ihre Seite verliert, sagt Ihnen keine dieser Zahlen. Ob sie langsam ist, sagt Ihnen ein Test von fünf Minuten.

Ladezeit der eigenen Website testen

Sie brauchen Ihr Handy und zwei Proben. Die erste liefert Zahlen, die zweite zeigt, was Ihre Kunden sehen.

Probe 1: PageSpeed Insights von Google

PageSpeed Insights ist ein kostenloses Prüfwerkzeug von Google. Es läuft im Browser, eine Anmeldung brauchen Sie nicht.

  1. Öffnen Sie pagespeed.web.dev.
  2. Geben Sie die Adresse ein, auf der Ihre Kunden tatsächlich landen. Das ist meist die Startseite. Verweist Ihr Google-Unternehmensprofil auf eine andere Seite, testen Sie diese danach auch.
  3. Starten Sie die Analyse und wählen Sie im Ergebnis die Ansicht für Mobilgeräte, nicht die für Desktop.
  4. Lesen Sie zuerst den oberen Block mit den Daten echter Nutzer. Dort stehen die drei Core Web Vitals aus den letzten 28 Tagen und das Urteil, ob die Seite die Bewertung bestanden hat.
  5. Ist dieser Block leer, hat Google zu wenige Besuche für eine Auswertung. Das kommt bei kleinen Seiten vor und ist kein Fehler. Lesen Sie dann den Labortest darunter.

Der Labortest lädt Ihre Seite auf einem simulierten Mittelklasse-Handy im Mobilfunknetz und vergibt einen Leistungswert von 0 bis 100. Laut Googles Dokumentation zu PageSpeed Insights, abgerufen im Oktober 2026, gilt 90 und mehr als gut, 50 bis 89 als verbesserungswürdig und alles unter 50 als schlecht. Wichtiger als die Punktzahl ist die Zeile "Largest Contentful Paint" mit einer Zeit in Sekunden. Das Ergebnis schwankt von Lauf zu Lauf. Testen Sie dreimal und nehmen Sie den mittleren Wert.

Probe 2: das eigene Handy im Mobilfunknetz

Der Labortest rechnet mit einem gedachten Handy. Ihre Kunden haben ein echtes in der Hand.

  1. Schalten Sie das WLAN aus, damit das Handy über Mobilfunk lädt.
  2. Öffnen Sie im Browser einen privaten Tab, bei Chrome heißt er Inkognito-Tab. So lädt das Handy nichts aus dem Zwischenspeicher, und Sie sehen die Seite wie ein Erstbesucher.
  3. Tippen Sie Ihre Adresse ein und zählen Sie die Sekunden, bis Sie die Überschrift lesen und die Telefonnummer sehen können.
  4. Tippen Sie sofort auf die Telefonnummer oder den Anfrageknopf. Reagiert die Seite beim ersten Tippen?
  5. Achten Sie darauf, ob beim Laden etwas springt.

Wiederholen Sie die Probe dort, wo Ihre Kunden stehen, etwa im Keller oder auf dem Parkplatz vor dem Baumarkt. Wenn Sie bei drei noch auf ein graues Feld schauen, kennen Sie das Ergebnis, bevor ein Werkzeug es bestätigt.

Was die drei Core Web Vitals für Ihre Besucher bedeuten

Google bewertet das Erlebnis auf einer Seite mit drei Messwerten, den Core Web Vitals. Die Schwellen für "gut" stehen in Googles Entwicklerdokumentation web.dev. Ich habe sie am 10. Oktober 2026 dort nachgelesen.

MesswertGut istWas der Besucher merkt
Largest Contentful Paint, kurz LCPhöchstens 2,5 SekundenDie Zeit, bis das größte Element auf dem Bildschirm steht, meist das Hauptfoto oder die Überschrift. Bis dahin schaut er auf eine halbe Seite.
Interaction to Next Paint, kurz INPhöchstens 200 MillisekundenWie schnell die Seite auf Tippen reagiert. Bei einem schlechten Wert tippt er auf "Anrufen", nichts passiert, und er tippt noch einmal.
Cumulative Layout Shift, kurz CLShöchstens 0,1Wie stark die Seite beim Laden springt. Er will die Telefonnummer antippen, ein Banner schiebt sich dazwischen, und er trifft etwas anderes.

CLS ist eine Kennzahl ohne Einheit. Je näher an null, desto ruhiger steht die Seite.

Bestanden hat eine Seite, wenn sie bei jedem der drei Werte in mindestens drei von vier Seitenaufrufen im guten Bereich liegt. Google wertet Handy und Desktop getrennt aus. INP gehört laut web.dev seit März 2024 dazu und hat den älteren Messwert First Input Delay abgelöst. Ältere Anleitungen nennen deshalb noch einen anderen dritten Wert.

Wir peilen für unsere eigenen Seiten zwei Sekunden an statt 2,5. Wer die Schwelle im Büro knapp erreicht, reißt sie auf dem Parkplatz mit schlechtem Empfang.

Was Sie zuerst beheben

Die Reihenfolge folgt einer Regel. Zuerst kommt, was am meisten bringt und am wenigsten kostet. Die ersten drei Punkte kosten kein Geld und passen in eine Woche. Der vierte braucht einen Webdesigner. Der fünfte kostet richtig Geld und kommt erst dran, wenn der Test danach immer noch rot ist. Messen Sie nach jedem Schritt neu, dann sehen Sie, was er gebracht hat.

1. Zu große Bilder

Laut dem Web Almanac 2025 des HTTP Archive ist auf 76 Prozent der mobilen Seiten ein Bild das größte Element auf dem Bildschirm. An genau diesem Element misst Google den LCP. Ein zu schweres Foto verschlechtert also den wichtigsten Messwert direkt, und Sie können es ohne Geld selbst beheben. Deshalb stehen die Bilder vorn.

Sie erkennen das Problem, wenn Sie ein Foto von Ihrer Seite auf dem Rechner speichern und die Dateigröße ansehen. Steht dort Megabyte statt Kilobyte, kommt das Bild direkt aus der Handykamera. Ein Foto von einem fertigen Bad mit 4 Megabyte, das auf dem Handy in 400 Pixeln Breite erscheint, lädt trotzdem alle 4 Megabyte. PageSpeed Insights führt solche Bilder in seinen Hinweisen auf und nennt die mögliche Ersparnis.

Beheben können Sie das selbst, oder wer die Seite pflegt. Verkleinern Sie jedes Foto vor dem Hochladen auf die Breite, in der es angezeigt wird, und komprimieren Sie es, zum Beispiel mit dem kostenlosen Browser-Werkzeug Squoosh.

2. Video oder Diashow im Kopfbereich

Platz zwei, weil die Reparatur aus Weglassen besteht. Ein Video, das oben automatisch startet, sitzt genau dort, wo der LCP gemessen wird, und verzögert alles darunter. Es sagt nichts, was ein gutes Foto nicht auch sagt. Hinter den Bildern steht es nur, weil erst jemand zustimmen muss, darauf zu verzichten.

In der Handy-Probe sehen Sie es als graues Feld oder drehenden Kreis, wo der erste Bildschirm stehen sollte. In einem Baukasten tauschen Sie den Kopfbereich selbst gegen ein einzelnes Foto. Bei einer programmierten Seite ist das eine kurze Änderung für Ihren Webdesigner.

3. Fremde Skripte und Widgets

Ein Chat-Fenster, eine eingebettete Karte, ein Social-Media-Feed, ein zweites Statistik-Tool. Jedes lädt Code von einem fremden Server, bevor Ihre Seite fertig ist. Das Abschalten kostet nichts. Ein einzelnes Widget bringt aber meist weniger als das Hauptbild, und Sie müssen erst entscheiden, worauf Sie verzichten können. Deshalb Platz drei.

Hier verbessern Sie die beiden anderen Messwerte. Beschäftigte Skripte machen die Seite träge beim Tippen, das ist der INP. Nachgeladene Banner lassen sie springen, das ist der CLS. Das Zeichen ist eine Seite, die Sie schon sehen, aber einen Moment lang nicht bedienen können. PageSpeed Insights führt Code von Drittanbietern in seinen Hinweisen auf.

Schalten Sie ab, was seit einem Jahr niemand benutzt hat. Im Baukasten geht das in der Liste der Erweiterungen, sonst über Ihren Webdesigner. Der Cookie-Banner bleibt, solange ein Dienst auf der Seite eine Einwilligung braucht.

4. Schriften

Vier Schriftschnitte von einem fremden Server sind vier weitere Downloads, bevor der Text richtig steht. Der Gewinn ist kleiner als bei den ersten drei Punkten, und die Änderung braucht jemanden, der an die Vorlage der Seite darf. Deshalb Platz vier.

Sie sehen es daran, dass der Text spät erscheint oder erst in einer Ersatzschrift dasteht und nach einer Sekunde umspringt. Das ist ein Auftrag für Ihren Webdesigner. Er lautet: höchstens zwei Schnitte, und die Schriftdateien liegen auf dem eigenen Server.

5. Hosting und Baukasten

Zuletzt, weil es der einzige Punkt ist, der Geld und Tage kostet, und weil ein schnellerer Server wenig hilft, solange die Seite selbst zu schwer ist. Wo PageSpeed Insights Daten echter Nutzer hat, zeigt es die "Time to First Byte", also die Wartezeit, bis der Server überhaupt etwas schickt. Gut sind laut web.dev, abgerufen im Oktober 2026, höchstens 0,8 Sekunden.

Auf dem Handy bleibt der Bildschirm dann nach dem Antippen erst einmal weiß, auch bei Seiten ohne große Fotos. Rufen Sie zuerst Ihren Hoster an und fragen Sie nach einem schnelleren Tarif. Bewegt das den Wert nicht, liegt es wahrscheinlich am Baukasten mit seinen Erweiterungen, und dann steht ein Neubau an. Diese Entscheidung treffen Sie erst, wenn die Punkte eins bis vier erledigt sind.

Ein einziger Knopf

Die Ladezeit bringt den Besucher in den Raum. Die zweite Frage ist, worum die Seite ihn bittet, wenn er drin ist.

Wie viele Handwerker-Websites diese Frage offenlassen, hat meines Wissens niemand aktuell gezählt. Ich kann nur beschreiben, was ich sehe, wenn ich sie auf dem Handy öffne: kein Knopf, kein eindeutiger nächster Schritt. Der Besucher kommt an, liest und muss selbst herausfinden, ob er anrufen, mailen, ein Formular ausfüllen oder aufgeben soll. Herausfinden ist Arbeit, und das nächste Suchergebnis ist einen Wisch entfernt.

Die Lösung ist, sich für eine Sache zu entscheiden, die Sie von einem Besucher wollen, und überall in denselben Worten darum zu bitten. Für den Fliesenleger ist das vermutlich "Angebot für Ihr Bad anfordern". Nicht "Kontakt", das ist eine Kategorie und keine Handlung. Nicht "Mehr erfahren", das verspricht Lesen. Ein Knopf, oben auf jeder Seite und unten noch einmal, der zum kürzesten Weg in ein Gespräch führt.

Das Formular hinter dem Knopf ist genauso wichtig wie der Knopf. Eine Zahl dazu, wie viel ein kürzeres Formular bringt, konnte ich nicht bis zu ihrer Quelle zurückverfolgen. Nehmen Sie das Folgende deshalb als Annahme: Jedes weitere Feld ist eine Gelegenheit aufzuhören. Ein Formular mit Name, Telefonnummer und "Was soll gefliest werden?", drei Felder nacheinander, wird ausgefüllt. Ein Formular mit neun Feldern, das nach Wunschtermin, Quadratmetern und Rechnungsadresse fragt, bevor jemand ein Wort gewechselt hat, wird öfter abgebrochen. Welche Felder ein Handwerksbetrieb wirklich braucht und welche je Gewerk dazukommen, steht in der Anleitung zum Kontaktformular.

Was das für den Fliesenleger heißt

Neu gebaut hat die Seite eine Seite, die zählt, und ein paar, die sie stützen. Die Startseite sagt im ersten Bildschirm, was der Betrieb verlegt, wo und für wen. Unter diesem Satz sitzt der eine Knopf. Die Fotos zeigen echte Bäder, verkleinert auf eine Größe, die ein Handy in der Bahn laden kann. Es gibt keine Diashow. Das Kontaktformular stellt drei Fragen und schickt die Antwort auf ein Handy, das jemand in der Tasche hat, weil ein Formular, das in einem freitags geleerten Postfach landet, die zwei Sekunden verschenkt, die Sie gerade gewonnen haben.

Im Test sollte der Mobilwert danach im grünen Bereich liegen. Die Besucher, die jetzt ankommen, sehen eine Seite, und die Seite bittet sie um eine Sache. Was mit der Anfrage in den nächsten fünf Minuten passiert, ist das nächste Leck. Warum es auf diese Minuten ankommt, steht im Artikel Anfragen in fünf Minuten nachfassen.

Warum die Website absichtlich zuerst kommt

Wir bauen die Website als Erstes neu, vor jedem anderen Teil des Systems, und der Grund ist einfach. Jeder andere Mitarbeiter schickt Menschen dorthin. Reaktivierte Kunden klicken auf einen Link, Anzeigen leiten bezahlte Besucher darauf. Wenn die Seite einen Teil davon verliert, bevor sie überhaupt steht, und den Rest um nichts bittet, arbeitet alles davor daran, einen Raum ohne Tür zu füllen.

Eine schnelle Seite schließt allerdings nur das erste Leck. Sie bringt den Besucher bis zum Knopf "Anrufen". Nimmt dann niemand ab, war die Mühe umsonst. Was das kostet, rechnet der Artikel Was ein verpasster Anruf Ihren Handwerksbetrieb kostet vor.

Der Mitarbeiter für die Website ist die Form dieses Neubaus, die zum System gehört: unter zwei Sekunden auf dem Handy, eine Handlungsaufforderung, ein Formular, das eine Sache nach der anderen fragt und die Anfrage an den Mitarbeiter fürs Nachfassen übergibt. Der Rechner zeigt, was jedes Leck in Ihren eigenen Zahlen kostet.

Der Bekannte des Fliesenlegers hat 2020 keine schlechte Arbeit gemacht. Die Seite muss nur auf einem Handy auf dem Parkplatz in unter zwei Sekunden stehen und um eine Sache bitten. Das ist der ganze Auftrag.